Friesheim

In welchem Ort gab es mehr Burgen als Kneipen? In Friesheim, denn dieser Ort lag voll im Grenzgebiet zwischen den rivalisierenden und miteinander in Fehde liegenden Erzbischöfen von Köln und Herzögen von Jülich. Mal hatte der eine die Oberhand und baute seine Burgen, mal der andere und baute seine Burgen. So entstanden unten im Tal an beiden Ufern des Rotbachs in der Zeit vor 1400 insgesamt sieben Burgen. Die meisten hat nicht der Gegner, sondern der Zahn der Zeit seitdem geschliffen. Geblieben ist die im 2. Weltkrieg teilweise zerstörte Weiße Burg, geblieben ist das Eingangstor der Wymarsburg, geblieben ist die Burg Redinghoven, die mehrfach umgebaut wurde und sich heute in einem prächtigen Zustand befindet. Zwischen diesen Burgen siedelten sich unten im Tal und oben auf dem Höhenweg stolze und selbstbewusste Bauern an. Nicht zufällig steht deshalb mit dem Haus Fuck gerade in dem Burgenort Friesheim das prächtigste Fachwerkhaus der Erftstadt. Der Grundstein soll 1608 gelegt worden sein, großzügig von Anfang an. Die Längsseite stand zur Straße und nicht die Querseite, was Steuern kostete. Zwischen Vorderseite und Hinterseite des Hauses lagen zwei Räume und nicht ein Raum, wie üblich. Die Hölzer des Fachwerks waren ungemein kunstvoll gearbeitet. Das Obergeschoss kragte vor, so dass kleine Erker entstanden. Die Gefache waren nicht mit Reisern und Lehm, sondern mit schönen Backsteinen gefüllt. Wer dieses Haus in diesem Ort nicht kennt, kennt nicht das wahre Gesicht Erftstadts.