Herrig

In welchem Ort wirtschaften nach wie vor mit Erfolg vier große Höfe? In Herrig, das deshalb das Dorf der großen Höfe genannt wird. Was der Name „Herrig“ ursprünglich bedeutet, ist unbekannt, weshalb die Ableitung von „Herren-Dorf“ hiermit vorgeschlagen sei. Ursprünglich gab es in Herrig vier große Höfe, auf denen die Tagelöhner des Dorfes arbeiteten. Im Laufe der Generationen gelang es diesen Tagelöhnern, sich selber kleine Höfe zu erarbeiten. Um 1970 kippte die Geschichte um. Die kleinen Höfe mussten aufgegeben werden und übrig blieben nur die vier großen Herren-Höfe aus alter Zeit: Der Hof Zimmermann an der Straße nach Lechenich, der Hof Merkelbach/Schäfer an der Straße nach Erp, der Hof Horchem gegenüber und der Hof Conzen in Richtung Pingsheim. Für zwei dieser Höfe ist das Wort „Herren-Gut“ noch zu wenig, besser wäre „Ritter-Gut“ mit jeweils etwa 1200 Morgen guten und fruchtbaren Landes. Das Rittergut Merkelbach/Schäfer hieß früher Domhof und bildet eine stattliche rheinische Vierkanthofanlage, deren Doppelwohnhaus repräsentativ zur Straße liegt. Ein Torbogen mit Wappenstein überwölbt die Einfahrt. Der Conzen-Hof hieß früher Schödder-Hof, umgeben von einer weitläufigen Mauer. Besonders schön ist das Wohngebäude, groß und repräsentativ, weiß verputzt, mit einem Mansardendach, fast wie ein Schloss. Und sonst? Sonst hatte das Dorf einst eine sehr schöne Kirche, die im Krieg zerstört und durch einen einfachen Bau ersetzt wurde. Und sonst? Sonst gibt es schöne Stein- und Grabkreuze, die an Prozessionen und Verstorbene erinnern. Und sonst? Sonst leben hier wie überall Menschen, die ihren Ort lieben und das wahre Gesicht Erftstadts erst so richtig schön machen.